Kurz zum Verständnis:
Michael ist an Schizophrenie erkrankt. Hört seit jüngsten Tagen verschiedene Stimmen. Der Prolog übernimmt den Part dieser seltsamen Wesen, die in ihm leben.
Auch in den nächsten beiden Kapiteln wird aus der Sicht seiner verschiedenen Persönlichkeiten beschrieben wie er aufwächst und zum Mann heranreift. Ab dem dritten wechselt die Erzählweise in die Ich-Perspektive. Natürlich begleiten ihn die Stimmen weiter. Er lernt sie als einen Teil von sich zu akzeptieren. Schon als Kind ist er brutal, bringt Tiere um, entführt ein kleines Mädchen. Als Erwachsener, als Priester, wächst diese Leidenschaft zu unvorstellbaren Ausmaßen an. Doch er selbst ist des Glaubens, dass er im Sinne seines Gottes und der in ihm wohnenden gefallenen Engel handelt…..
Natürlich wird auch hier nochmals überarbeitet.
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Prolog
Wir sind bei dir!
Seit Jahren hörte er sie immer wieder stöhnen, flüstern, reden in monotoner Stimme und niemals wagte er der Sache auf den Grund zu gehen.
Als er zwölf Jahre alt war übermannte ihn eines Nachts die Neugierde und er konnte nicht dem Drang widerstehen aus seinem Zimmer zu schleichen. Seine Beine schienen von eigenem Willen gesteuert sich fortzubewegen und nahmen die wenigen Schritte durch den Hausgang. Dort verharrte er vor der Türe seiner Mutter, legte das Ohr auf das harte Holz, um den Geräuschen aus dem Inneren zu lauschen. Fast lautlos drückte er die Klinke herunter und erstarrte, als er sie durch den Schlitz hindurch vor ihrem Bett knien sah. Mit nacktem Oberkörper, den Rücken ihm zugewandt, geiselte sie sich mit einer Peitsche. Sie stöhnte auf und betete um Vergebung ihrer Sünden. Der Junge benötigte einige Momente, ehe er zur Besinnung kam. Leise schloss er die Türe, rang heftig um Luft als er auf Zehenspitzen zurück in sein Zimmer ging und sich weinend unter der Bettdecke verkroch.
Wir fühlten seinen Schmerz, litten mit ihm. Erfreuten uns zugleich daran, daß es gerade diese Pein war, die uns das Tor zu seiner Seele öffnete.
Darum gesellten wir uns zu ihm unter die Decke, sprachen unseren Trost aus und redeten ihm gut zu, bis er endlich einschlief.
In dieser Nacht zeigten wir ihm, dass er nicht allein den Widrigkeiten des Lebens gegenüber stand. Wir waren ihm seit diesen Stunden Verbündete und Vertraute. Nahmen den Platz seines Gewissens ein und standen ihm so nah wie nie zuvor.
Und wir werden ihn begleiten und ihn lenken bis zum Ende seiner Tage!
















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