Mephista´s Notizen

Der Makedonier 9. Februar 2011

erhältlich bei Amazon.de

Zunächst war ich mir nicht sicher, ob „Der Makedonier“ eher Roman oder mehr eine biographische Darstellung des großen Philipps II. ist. Gleichwohl ist es beides. Fundiertes Grundwissen, historisch korrekt aufgearbeitet findet sich der Stoff in erzählter Weise zwischen den Seiten des Buches wieder.

Auf faszinierende Art führt uns Nicholas Guild an Philipps Kindheitsgeschichte heran, lässt uns erfühlen, wie in diesem Jungen die Frucht gesäht wurde, die ihn in ihrer aufgegangenen Pracht und Fülle ein Reich zu erschaffen befähigt, das uns gerade in der heutigen Zeit sehr in Erstaunen versetzt.

Wunderbar bebildert erleben wir das Wachsen eines Charakters, durch Schicksalsschläge, Vertrauensbrüche und Intrigen geprägt, der letztlich all das in sich vereint, was ihn zum großen Krieger und König ermächtigt. Beispielhaft führt er die Soldaten an, die ihm bedingungslos vertrauen, vereint Völker und trotzt dem Feind, ohne jemals die eigenen Interessen über die des Landes zu stellen.

Philipp II. bereitet seinem Sohn Alexander dem Großen den Boden, ein Großreich zu begründen, das zu Beginn seines eigenen Regierungsantritts vor dem totalen Zusammenbruch steht.

Detailliert, lehrreich und zugleich spannungsgeladen veranschaulicht uns der Autor die taktischen Vorgehensweisen dieses großen Feldherren. Der Leser wird vorsichtig in die schwierigen Zusammenhänge um Verbündete und Feinde,in Moralvorstellungen und Verratsmomente befördert und ganz allmählich entsteht das Verständnis um ein großes Ganzes.
Ein wunderbares Buch!

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Männertaxi von Andrea Koßmann 24. September 2010

Filed under: Rezensionen — mephista @ 10:41 pm
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Ich bin ein wenig verärgert, wenn ich mir so manche Rezensionen zum Männertaxi anschaue. So mancher glaubt ein Buch zerreissen zu müssen aus Gründen, die in keiner Weise nachvollziehbar sind und vergessen, dass es sich hierbei um reine Unterhaltungsliteratur handelt, nicht um Sachbücher und Anleitungen zur Unternehmensgründung.

So nun aber zum Wesentlichen:

„Ich sach ma….“

…heute werde ich nicht gar soviele

Romandetails beschreiben und  gehe

stattdessen ein wenig mehr auf  meine

persönlichen  Eindrücke ein, die mir

Andrea Koßmanns   „Männertaxi“ hinterließ.

Bevor ich dieses Büchlein zur Hand nahm, nahm ich mir fest vor, keine Rezension für Amazon zu schreiben, denn ich bin sehr voreingenommen und emotionsbehaftet, was die Autorin betrifft. Und so stand zu befürchten, meine Bewertung würde einzig danach ausgerichtet die vollen 5 Sterne erhalten.

Nachdem ich nun „Männertaxi“ zuende gelesen habe, fällt es nicht schwer objektiv ein Urteil darüber zu fällen. Denn ich durfte amüsante Stunden zubringen, vergaß alles um mich herum, sah mich teilweise belästigt, wenn ich doch tatsächlich das Lesen wegen völlig unnötiger Dinge wie dem Essen, Schlafen und Arbeiten unterbrechen musste. Mich trieb stets der Wunsch an zu erfahren, was sich die Autorin als nächstes wieder überlegt hatte, das mich giggeln und kichern ließ.

Die so liebevoll gestalteten Figuren werden sehr farbenfroh beschrieben. Die Hauptfigur Isa trottet zunächst ein wenig naiv und tollpatschig durch das Liebeskummer beladene Leben. Sie fasst den festen Entschluss, nur noch körperlichen Kontakt zum anderen Geschlecht zu zulassen, den sie selbst lenkt und nach ihren Wünschen und Vorstellungen genießen möchte, um nicht wieder verletzt zu werden. Dies sollte doch auch für andere liebeskummergepeinigte Frauen möglich sein, jemand sollte sich um deren Bedürfnisse kümmern, jemand, der weiß, wie schmerzhaft Liebeskummer ist und wie einfach und wohltuend sich der Umgang mit den Männern gestalten kann, wenn keine Verpflichtung daraus entsteht. Für Isa und ihre beste Freundin Pia tut sich mit dieser Idee eine unglaubliche Marktlücke auf, die es schnellstmöglich zu schließen gilt.

Allein die Vorstellung, eine Art „Speisekarte“ mit verschiedenartigen männlichen Leckereien auf den Markt männerhungriger Frauen zu werfen, ist schon eine Idee, die bemerkenswert ist. Die Art und Weise, wie besonnen die beiden Freundinnen letztlich ihre Geschäftsidee umsetzen ist tatsächlich zu bewundern und so manch eine Leserin wird vielleicht sogar überlegen „warum kam ich bislang nie auf diese Idee?“.

Die umgangssprachlichen Redewendungen verschaffen einen lockerleichten Lesefluss, taugen für jede Stimmung und sind -nachdem so mancher Spruch erst einmal kräftig das Zwerchfell kitzelt- leicht verdaulich. Allzugerne würde ich hier meine Lieblingsstellen zum Besten geben, doch dies würde die Rezension sprengen und euch viel des Spaßes am Selberlesen berauben.

Deshalb kann ich nur sagen: „Holt euch das Männertaxi, jawolljaaaa“

U.a. erhältlich bei AMAZON.de

http://www.amazon.de/M%C3%A4nnertaxi-turbulente-Kom%C3%B6die-Andrea-Ko%C3%9Fmann/dp/342650488X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1285367919&sr=1-1

 

Trilogie: Der goldene Kompass 18. Juni 2010

von Philip Pullman

Kurz:
Auch ein erwachsener Vielleser darf von Kinder- und Jugendromanen überwältigt sein und genau dies erlebte ich mit dieser Trilogie.

Während mit „Der goldene Kompass“ eine mehr als nur schöne Geschichte entstand die den Leser in eine Welt- ähnlich der unseren- sanft an die Kerne unserer Gesellschaft heranführt, lenkt  „Das magische Messer“ tiefer noch in schicksalshafte Verstrickungen hinein und leitet dann spannungsgeladen in das dritte Buch „Das Bernstein Teleskop“ über, welches mich zutiefst berührte, mich als Erwachsenen wohl mehr noch als kindliche und jugendliche Leser zum Nachdenken brachte und selbst gläubige Menschen dazu annimiert, an den Mauern der angelernten und eingebrannten Glaubensstrukturen zu rütteln.

Vermutlich wird der dritte Teil der Trilogie niemals wie der erste verfilmt, weil er zu sehr die empfindsame Seele eines Kindes „erschüttern“ könnte, doch sollten nicht gerade die jungen Leser ermutigt werden auch in andere Richtungen zu denken?

Zur Geschichte:
Der Autor entwickelte ein Schicksalsgefüge, das über die Grenzen verschiedenster Welten hinaus und mit unterschiedlichsten Kreaturen eng verwoben ist.
Die Welt der jungen Lyra erschließt sich uns zunächst im wohlbehüteten Umfeld einer Universität, wo sie Freunde gewinnt, aber auch vermeintliche Feinde trifft, die später zu engen Verbündeten werden. Sie zeigt sich dem Leser in der Obhut ihrer Professoren und unter den wachenden Augen ihres vielbereisten und sehr geheimnisumwobenen Onkels Asriel als unternehmungs- und abenteuerlustiges, loyales Mädchen, etwas wild, aber voller Herz, Mitgefühl und Verstand.
In ihrer Welt ist die Seele nach außen gekehrt, für jeden sichtbar schmiegt sie sich ein Leben lang als Tier an den Körper seiner menschlichen „zweiten Hälfte, oder fliegt als Vogel über dessen Kopf. Der sogenannte Daemon ist der lebenslange Begleiter des Menschen. Dabei darf niemals ein zu großer Abstand entstehen, dieser würde die beiden Hälften gänzlich entzweien.
Die große Kirche dieser Welt erkennt die unsagbaren Energien im Strom zwischen Daemon und Kind und versucht durch die gewaltvolle Entzweiung diese zu gewinnen, um alles, was dem Allmächtigen und damit der großen Kirche trotzen könnte, auszuschalten.
Onkel Asriel, wie auch einige andere große Wissenschaftler und Forscher nehmen den Kampf gegen die große Kirche und machtbesessenen Köpfe dieser Welt auf. Das Schicksal hält für Lyra große Geheimnisse bereit, sie ist es, die dem Schlechten trotzen wird und findet sich bald wieder in den Wirrungen und Intrigen der verschiedenen Lebensformen innerhalb ihrer Welt. Dabei helfen ihr, ihr starker Glaube an das Gute, neugewonnene Freunde und ein Gerät, das nur sie und wenige andere Ausnahmen zu lesen befähigt ist. Sie ist die Besitzerin des „Goldenen Kompass“.

Fazit: Eine wunderbare Geschichte, das zum Ende hin deutlich spüren lässt „Es wartet noch sehr viel mehr!“

Zur Geschichte:
„Das magische Messer“ ist ebenfalls spannend, jedoch dient es mehr dem Übergang zum dritten Buch.
Eine andere Welt, jedoch ähnlich der von Lyra beheimatet Will. In seiner Welt tragen die Menschen ihre Daemonen in sich. Bald schon verweben sich die beiden Schicksale der Kinder miteinander. Sie treten einheitlich in den Kampf gegen all das Schlechte, das sich ihnen stellt.
Lyras Onkel Asriel entpuppt sich wie auch Mrs. Coulter nicht als der, der er vorgab zu sein.
Die Kinder bewegen sich mit Hilfe eines „Magischen Messers“, das zu führen nur Will befähigt ist, durch verschiedene Welten, flüchten vor ihren Verfolgern und bereiten auf ihrem Weg den allesentscheidenden Kampf vor.
Fazit: Ein Muss, um auch den dritten Teil der Trilogie zu verstehen.

Zur Geschichte:
Ein meisterliches Werk eines Kinder-Jugendromans eröffnet sich mit „das Bernstein Teleskop“!
Wir treffen auf Engel, erneut auch auf Hexen, Geister und Gespenster, sanfte vierbeinige Wesen auf Rädern und auf den Allmächtigen und seine Heerscharen. Die Sprache des Autor wuchs mit jedem seiner Bücher und zeigt sich besonders in diesem Teil in einer Weise der sehr feinfühligen und detailliert Ausmalung dessen, was wir uns mit seiner Hilfe so leicht vorstellen können.
Alles Leben der Welten teilt sich in zwei Lager. Einerseits begründet Asriel ein neues Reich, in dem alles Leben glücklich und ohne Zwänge angesiedelt leben könnte. Doch um dieses freie Denken und Leben allen zu ermöglichen, das ist ihm mehr als bitter bewußt, muss gekämpft werden. Die ihm zugehörigen Kreaturen aller Welten müssen sich dem letzten großen Kampf gegen den Allmächtigen und seine Engelsheerscharen stellen, gegen einem Allmächtigen, in dessen Interesse nicht das Glück seiner Schöpfungen steht, denn er ist nicht der, der alles Leben erschuf.

Fazit: Spannung, lebendige Handlungen und starke Emotionen begleiten von der ersten bis zur letzten Seite und schaffen eine prägnante und große Geschichte!

Erhältlich bei: http://www.amazon.de/gp/product/355135720X/ref=cm_cr_mts_prod_img

 

Elf Minuten 3. Juni 2010

Filed under: Rezensionen — mephista @ 8:44 pm
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von Paulo Coelho


kleines Vorwort:

Nebenbei greife ich immer wieder meine Paulo Coelho Bücher auf, die mit jedem Mal neue Facetten aufweisen und neue Gedankenanstöße schenken. Die Erzählungen sind so herzerfrischend und mitreissend! Vor etwa 4 Jahren entdeckte ich Paulo Coelho als großen Autor unserer Zeit und komme nicht umhin, ihn mit Kafka zu vergleichen, zwar nur ein wenig, und doch insofern, als dass beide Autoren gegen die Tabuthemen der jeweiligen Zeit angehen und verhärtete Mauern zu durchbrechen versuchen. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich die Charaktere in ihrer Darstellung  als Opferfiguren etwas ähneln, die dieses „Opferdasein“ nicht wirklich an sich selbst zu erkennen vermögen.

Zur Geschichte:

ELF MINUTEN…Die Dauer des eigentlichen sexuellen Akts

Maria macht in Brasilien schlechte Erfarungen mit der Liebe und entscheidet sich, daß sie für die einzig wahre Liebe nicht geschaffen ist. Eine vorgegaugelte Modelkarriere lockt sie in die ferne, nasskalte und so sehr befremdliche Schweiz, wo sie bald erkennen muss, daß ihre Modellkarriere in der Realität im Bordell angesiedelt ist.

Ihr sehnlichster Wunsch ist es, eine eigene Farm in Brasilien zu besitzen. Dieser Wunsch übermannt sie und ihre Abneigung gegenüber dem horizontalen Gewerbe. Sie ergreift die ihr gebotenen Chancen und macht das Glück mit dem schnellen Geld. Mit jedem Mal lernt sie zusehends, ihre eigenen Gefühle auszuschalten und nur körperlich zu reagieren. Emotionslos, zugleich auch ohne körperlichen Genuss bedient sie erfolgreich die wachsende Zahl ihrer Stammkunden um auf diesem Wege für ihren Traum zu sparen. In einem Cafe lernt sie einen Maler kennen, lernt diesen als Mensch zu erkennen und sehr allmählich erwachsen gegenseitige Gefühle von Respekt und der wahren Liebe. Damit einhergehend erlangt sie mit diesem Mann auch körperliche Befriedigung. Die Irrungen und Wirrungen sind im Gefühlsleben der Hauptfigur angesiedelt und sollten hier nicht mit wenigen Sätzen von mir zerpflückt werden. Darum mein Empfehlung: sehr lesenswert!

Fazit:

Der Autor versteht sich meisterlich darauf, die in seinem Heimatland angestammten Tabuthemen wie in diesem Fall die körperliche Liebe und Prostitution stellenweise derb, offen, direkt und vorbehaltslos aufzugreifen. Starke Kontraste durchziehen das Gesamtbild. Harter, gefühlloser Sex und sanfte Emotionen prägen das Leben von Maria und machen diesen Roman so besonders.

 

Veronika beschließt zu sterben

Filed under: Rezensionen — mephista @ 8:23 pm

kleines Vorwort:

Nebenbei greife ich immer wieder meine Paulo Coelho Bücher auf, die mit jedem Mal neue Facetten aufweisen und neue Gedankenanstöße schenken. Die Erzählungen sind so herzerfrischend und mitreissend! Vor etwa 4 Jahren entdeckte ich Paulo Coelho als großen Autor unserer Zeit und komme nicht umhin, ihn mit Kafka zu vergleichen, zwar nur ein wenig, und doch insofern, als dass beide Autoren gegen die Tabuthemen der jeweiligen Zeit angehen und verhärtete Mauern zu durchbrechen versuchen. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich die Charaktere in ihrer Darstellung  als Opferfiguren etwas ähneln, die dieses „Opferdasein“ nicht wirklich an sich selbst zu erkennen vermögen.

Nun also -Veronika beschließt zu sterben-

Kurz:

…sie reinigt  ihr Klosterzimmer, stellt die Heizung ab, putzt die Zähne und schluckt dann all die Schlaftabletten, die sie während der letzten Monate über dafür sammelte…

Als sie in der Irrenanstalt „Villete“ erwacht, eröffnet ihr Dr. Igor, dass ihr nur wenige Tage zu Leben verbleiben, denn durch den Suicidversuch habe ihr Herz einen irreparablen Schaden erlitten. Erleichtert darüber, dass sie ihr Ziel, nämlich  zu sterben, bald erreicht hätte, versucht sie die letzten Tage so ereignislos wie möglich hinter sich zu bringen.

Plötzlich jedoch wird ihr momentan ereignisloses Leben angefüllt vom Ereignisreichtum einiger sehr wertvoller Menschen in ihrem Umfeld und durch deren verschiedenste Erfahrungen. Sie öffnen Veronika die Augen.

Zunächst steht dem allem unbeteiligt gegenüber, erhält dann jedoch durch diese Menschen ein kostbares Geschenk: Einen neugewonnenen Lebensgeist.

Nicht länger mag sie sich in ihr Schicksal ergeben, und erkennt alsbald, dass es doch noch mehr für sie zu erleben gibt, als lediglich den Moment, in dem ihr Herz versagen wird.

Fazit:

Veronika beschließt zu sterben ist sensibel, feinfühlend, zart und bezaubernd. Poetisch und zugleich hart führt Coelho seine Protagonistin an den wahren Sinn des Lebens heran und hinterläßt das Gefühl, dass jede noch so „annormale“ Verhaltensweise, dass das Anderssein und die Individualität der Kern des echten Menschseins ist und ihn damit von allen Mitkreaturen unterscheidet

u.a. erhältlich bei Amazon

http://www.amazon.de/Veronika-beschlie%C3%9Ft-sterben-Paulo-Coelho/dp/3257233051/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1275597934&sr=1-1

 

Das Echo der Schuld 1. Juni 2010

Filed under: Rezensionen — mephista @ 8:59 pm
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von Charlotte Link

Kurz:

Thriller/Liebesgeschichte

Sehr gemächlich wird der Leser an die einzelnen Schicksale von vier kleinen Mädchen herangeführt, deren Lebensumstände sich grundlegend voneinander unterscheiden und doch in der Bekanntschaft zu einem pädophilen Gewaltverbrecher ufern, dessen unbeschreibbar kranke sexuelle Vorliebe deren Schicksale, jedes auf seine eigene Weise, besiegelt.

Mit diesen Schicksalen geht die ganz eigene Geschichte der melancholischen, introvertierten Virginia einher, die nach langen Jahren der seelischen Stagnation und des Gefühls des „Lebendigbegraben Sein“ in Nathan Moor den Mann findet, der sie aus diesem hoffnungslosen Leben zu befreien weiß. Nathan entpuppt sich letztlich als anderer Mensch, als der, den sie in ihm zu erkennen glaubte.

Das Echo der Schuld ist ein Roman, den ich sehr langsam las und auf diese Weise vielleicht stärker in all den beschriebenen Atmospheren wahrnahm und damit sehr genießen konnte.

Der Spannungsbogen wird sehr konstant von der ersten bis zur letzten Seite geführt und entlässt den Leser erst mit der letzten Seite, denn eine Vielzahl an möglichen Kanditaten stellt uns Charlotte Link zur Verfügung, bei welchen jeder der Täter sein könnte und dies nimmt dem Rätseln die Möglichkeit, zu schnell zur Lösung zu finden.

Sehr zu empfehlen!

Zur Geschichte:

Nathan und Livia Moor lassen ihr gewohntes Leben hinter sich und machen sich auf, die Welt mit dem einzigen, was sie noch besitzen zu erkunden, ihrem Schiff, das nahe der Insel Skye bei Schottlands sinkt.

Als Schiffbrüchige werden sie von Virginia und Frederic Quentin in deren Ferienhaus aufgenommen.

Nathan verfolgt Virginia bis nach Norfolk, während seine Ehefrau in einem Krankenhaus untergebracht außen vor bleibt und nutzt die Gelegenheit, als Frederic nach London zurückkehrt, wo er sich unter der Woche berufsbedingt aufhält, um Virginia näher zu kommen. Er fördert die verschütteten Geheimnisse Virginia´s zu Tage, hilft ihr, ihren eigenen Dämonen zu begegnen und verschafft ihr das Gefühl mit seiner Hilfe aus ihrem eigen geschaffenen Gefängnis entfliehen zu können.

Unterdessen treibt ein Kindsmörder sein Unwesen und erschüttert die Bevölkerung bis ins Mark.

Als auch Virginias und Frederics Tochter Kim entführt wird, gerät Nathan in den Verdacht, etwas mit diesen Kindesentführungen und Morden zu tun zu haben.

Die Autorin verstand es meisterlich Charaktere zu erschaffen, die ansich schon so sehr interessant beschrieben wurden, um buchfüllend zu sein. Langsam aber stetig darf der Leser hinter die Fassade blicken, Puzzlestücke entdecken und sich vom einen zum nächsten Kapitel mit weiteren Informationen beschenken lassen.

Der Verbund dieser Liebesgeschichte mit einem Thriller war für mich noch die Würze der Erzählung.

 

Die Werwölfe 30. Mai 2010

Filed under: Rezensionen — mephista @ 3:23 pm
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von Christoph Hardebusch

Kurz:

Sehr zu empfehlen!

Frühes 19. Jahrhundert:

Ein junger Mann macht sich auf seine „Grand Tour“ durch Europa um Bekanntschaften und Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und Erfahrungen zu sammeln und trifft dabei auf so manch einen der „großen Köpfe“ dieser Zeit, die wir so völlig anders kennenlernen, als uns gelehrt.

Nicht alles ist, wie es scheint und nicht jeder ist das, was er zu sein vorgibt und bald schon macht er seine ersten Erfahrungen mit der Dunklen Seite des Lebens. Vampire und Werwölfe begleiten alsbald seinen weiteren Lebensweg.

Der Titel in seiner Kürze vermag lediglich einen kleinen Teil dessen zu berühren, was der Autor aufgreift . Vielmehr noch als das Dasein von Werwölfen werden die aktuellen Themen dieser Epoche aufgegriffen. Der Leser macht nicht nur Bekanntschaft mit fantastischen Kreaturen, vielmehr auch erfährt er mehr über das Wirken inmitten der Katholischen Kirche, erfährt gemeinsam mit den Figuren Intrigen und Verschwörungen und findet sich alsbald fernab Europas in den tiefsten Gefilden des Osmanischen Reiches wieder.

Zur Geschichte:

Niccolo die Viviani lebt gemeinsam mit seinen Eltern und der jüngeren Schwester Marcella inArezzo, Italien. Er gehört der höheren Gesellschaftsschicht an und macht sich aus diesem Grunde auf die Reise durch Europa, um wichtige Beziehungen für die spätere Übernahme der familären Geschäfte zu knüpfen.

Die der Familie Viviani anvertraute Valentine und heimliche große Liebe des Niccolo macht sich gemeinsam mit ihm auf den Weg, um von ihm nach Hause in die Schweiz begleitet zu werden.

Er verbringt noch einige Zeit im Hause von Valentines Familie und lernt dabei große Dichter und Denker seiner Zeit kennen. Doch diese Männer entpuppen sich als weitaus mehr, führen eine andere Existenz neben der menschlichen und schon befindet sich Niccolo inmitten der Wirren und des Treibens von Werwölfen, macht Bekanntschaft mit Vampiren und wird zuletzt von den Streitern der Katholischen Kirche gehetzt und gejagt.

Fazit:

Faszinierend ist der Umstand, daß die gesamte Erzählung nicht einzig auf ein Thema hinausläuft. Sicherlich nimmt das Wesen des Werwolfes einen wichtigen Teil dabei ein, jedoch wird die gesamte Geschichte farben-und wortprächtig auch mit historischem ausgeschmückt, mit charakterstarken Figuren, seien es Vampire, Menschen oder Werwölfen, mit sonstigen detailverliebten Beschreibungen und einer sehr schönen Sprache.